Podcast
Jetzt den Beitrag detaillierter als Podcast hören.
Liebe Autofreunde, als ausgewiesene Autoexperte möchten wir heute mit Ihnen über ein Thema sprechen, das uns im Sommer alle betrifft: die Gefahren, die unserem geliebten Fahrzeug bei hohen Temperaturen und auf langen Reisen drohen können. Es ist eine Art Diskussionsrunde, aus der wir alle profitieren können, denn mit dem richtigen Wissen lassen sich viele Probleme ganz einfach vermeiden.
Allgemeine Sommergefahren für Ihr Auto Mal ehrlich, der Sommer ist für viele die schönste Zeit im Jahr. Doch für unsere Autos bedeutet er auch Hochsaison für Pannen. Warum?
- Hohe Aussentemperaturen, viel Gepäck und stundenlange Fahrten – oft auf überfüllten Autobahnen – setzen dem Wagen enorm zu.
- Gerade Fahrzeuge, die sonst nur Kurzstrecke fahren, werden auf einmal extrem gefordert
- Überhitzung, eine alternde Batterie, Überladung und mangelnde Vorbereitung sind die häufigsten Übeltäter.
- Vergessen Sie nicht: Ein Auto heizt sich schnell auf! Elektronische Geräte oder Feuerzeuge können im heissen Innenraum sogar Schäden verursachen oder gefährlich werden.
Motor und Kühlsystem – die Hitze muss raus! Der Motor ist das Herz Ihres Autos, und im Sommer kann es hier wortwörtlich heiss hergehen:
- Ein defektes Kühlsystem ist das Horrorszenario: Der Motor überhitzt, die Warnleuchte blinkt, und die Fahrt ist schneller vorbei, als Ihnen lieb ist.
- Prüfen Sie regelmässig den Stand der Kühlflüssigkeit. Auf einer sommerlichen Fahrt in den Süden kann Ihnen sonst schnell das Kühlmittel ausgehen.
- Achten Sie darauf, dass Schläuche und Kühler intakt sind – keine porösen Stellen oder Undichtigkeiten.
- Im Notfall, wenn Ihr Auto überhitzt: Schalten Sie die Klimaanlage aus und drehen Sie paradoxerweise die Heizung voll auf. Das zieht die Hitze aus dem Motorraum ab und ist eine temporäre Lösung.
- Stellen Sie den Motor ab und öffnen Sie vorsichtig die Motorhaube, um Dampf und überschüssige Wärme entweichen zu lassen.
- Fahren Sie keinesfalls weiter, wenn die Temperaturanzeige im roten Bereich ist.
- Prüfen Sie nach Rauch oder Kühlmittelverlust. Ein Blubbern unter der Motorhaube deutet auf Überdruck hin.
- Stellen Sie sicher, dass die Kühlerlüfter frei arbeiten und nichts den Luftstrom behindert.
Die Batterie – ein Schwachpunkt im Sommer Man denkt oft, Kälte ist der Feind der Batterie, aber auch Hitze setzt ihr ordentlich zu:
- Extreme Temperaturen können die chemischen Reaktionen in der Batterie beeinträchtigen, was das Laden erschwert und die Leistungsfähigkeit reduziert.
- Batterieflüssigkeit verdunstet bei Hitze schneller, und die Kombination aus Hitze und Vibrationen kann die Batterie rasch entladen.
- Gerade Batterien, die älter als fünf Jahre sind, können in den Ferien plötzlich den Dienst versagen.
- Lassen Sie die Batterie regelmässig professionell testen und überprüfen Sie, ob sie fest sitzt und keine Oxidation an den Anschlüssen aufweist.
Klimaanlage – ein Wohlfühlfaktor und Spritfresser Ohne Klimaanlage im Sommer? Undenkbar! Doch die unsachgemässe Nutzung kann teuer werden und die Sicherheit beeinträchtigen.
Eine Klimaanlage verbraucht Energie, und das schlägt sich im Spritverbrauch nieder – im Stadtverkehr kann dieser bei Hitze um 14 bis 30 Prozent steigen1415. Selbst bei moderaten 13 Grad sind es noch rund 8 Prozent Mehrverbrauch innerorts, da die Anlage die Luft entfeuchtet
Häufige Fehler:
- Offene Fenster: Das Kühlen bei offenen Fenstern ist sinnlos und verschwendet Energie17. Lüften Sie kurz durch, dann schliessen Sie Fenster und Schiebedach komplett.
- Zu tiefe Temperatur: Eine Einstellung unter 20 bis 22 Grad kühlt nicht schneller und belastet den Kreislauf beim Aussteigen1819. Nutzen Sie lieber kurz die “A/C max”-Taste.
- Luftstrom auf den Körper: Das kann zu Verspannungen, Kopfschmerzen und sogar Schnupfen führen18. Richten Sie den Luftstrom stattdessen gleichmässig im Innenraum aus.
- Umluft vergessen: Gerade ältere Anlagen kühlen mit Umluft effektiver20. Aber danach unbedingt wieder auf Frischluft stellen, um beschlagene Scheiben zu vermeiden.
- Kompressor immer an: Ist die Hitzewelle vorbei und die Temperaturen fallen unter 20 Grad, können Sie den Klimakompressor (A/C-Taste) ausschalten, um Sprit zu sparen20. Aber wichtig: Nutzen Sie die Klimaanlage mindestens einmal im Monat, damit sie fit bleibt.
Lassen Sie Ihre Klimaanlage alle zwei Jahre warten – das verlängert die Lebensdauer des Kompressors.
Reifen: Der einzige Kontakt zur Strasse Ihre Reifen sind im Sommer extremen Belastungen ausgesetzt:
- Hohe Aussentemperaturen und die Reibungshitze auf dem Asphalt lassen den Reifendruck steigen und können im schlimmsten Fall zu einem Reifenplatzer führen2. Asphalt kann sich bei 40 Grad Aussentemperatur auf über 80 Grad erwärmen.
- Zu geringer Fülldruck verstärkt das Problem: Der Reifen walkt stark, erhitzt sich zusätzlich und kann platzen.
- Fahren Sie niemals mit Sommerreifen bei Temperaturen unter 7 Grad Celsius. Sie verhärten und sind unsicher.
- Winterreifen sind im Hochsommer potenziell gefährlich, da ihre weichere Gummimischung sich zusätzlich aufheizt und schneller verschleisst.
- Überprüfen Sie den Reifendruck regelmässig, denn er beeinflusst Bremsweg und Kurvenlage erheblich5…. Ein um 0,5 Bar zu niedriger Druck kann den Bremsweg aus 100 km/h um mehr als drei Meter verlängern.
- Die Profiltiefe sollte im Sommer mindestens drei Millimeter betragen29. Denken Sie auch an das Reserverad.
Bremsen – Hitze, Last und Nässe Die Bremsanlage ist Ihr wichtigster Sicherheitsanker, und der Sommer stellt auch hier hohe Anforderungen:
- Volle Beladung im Ferienverkehr erhöht die thermische Energie, die die Bremsen ableiten müssen.
- Bei Bergabfahrten vermeiden Sie ständiges Bremsen. Nutzen Sie stattdessen die Motorbremse durch Herunterschalten, um die Bremsanlage zu schonen33. Bremsscheiben können sonst auf über 800°C ansteigen, was zu Bremsfading (Leistungsverlust) führen kann.
- Regen und nasser Asphalt verlängern den Bremsweg spürbar, selbst bei 100 km/h um mindestens 12 Meter.
- Wichtig bei Aquaplaning: Nicht bremsen, nicht lenken, nicht beschleunigen – erst nachdem Sie die Kontrolle zurückgewonnen haben, können Sie sanft bremsen, um den Wasserfilm zu entfernen.
- Neue Bremsen müssen eingefahren werden: Die ersten 300 Kilometer sollten Sie sanft und mit kurzen Bremsungen fahren, damit sich Beläge und Scheiben anpassen können.
- Die Bremsflüssigkeit nimmt mit der Zeit Feuchtigkeit auf und muss regelmässig gewechselt werden, idealerweise alle zwei bis drei Jahre.
Vorbeugung ist der beste Schutz Ein gründlicher Check vor der Fahrt ist unerlässlich. Dazu gehört:
- Ein umfassender Check in der Garage, der alle wesentlichen Funktionsbereiche wie Innenraum, Motorraum, Fahrzeugunterseite, Reifen und Karosserie umfasst.
- Sorgen Sie dafür, dass alle Flüssigkeiten ausreichend vorhanden sind: Motoröl, Kühlmittel, Bremsflüssigkeit und Scheibenwischwasser.
- Parken Sie Ihr Auto möglichst im Schatten, oder stellen Sie es so ab, dass das Heck zur Sonne zeigt.
- Nutzen Sie Autoabdeckungen oder Sonnenschutzfolien, um den Innenraum kühl zu halten und die Hitze zu reflektieren.
- Entfernen Sie unnötige Last wie Dachboxen, wenn Sie diese nicht benötigen, da sie den Luftwiderstand und damit den Energieverbrauch erhöhen.
Mit diesen Expertentipps sind Sie bestens gerüstet für eine sichere und entspannte Fahrt in den Sommer. Und wenn Sie professionelle Unterstützung oder weitere Fragen zu Ihrem Fahrzeug haben, sind wir natürlich immer für Sie da.
Ihre Ansprechpartner für alle Fragen rund ums Auto und für weitere Expertentipps sind wir – die Autoexperten von der Lilie Garage AG. Wir freuen uns auf Sie!
Herzlichst
Toni Shej
Wenn Sie Fragen haben oder einen Termin vereinbaren möchten, kontaktieren Sie uns.
044 730 50 00

